Frankfurt im Rückwärtsgang, ein Indexführer sticht heraus
Zum Wochenschluss begann der DAX leicht schwächer und startete mit 0,06% Minus bei 25.336,01 Punkten; im weiteren Verlauf hielt sich das Leitbarometer überwiegend unter dem Vortag. Innerhalb des Index setzte sich Siemens Energy deutlich an die Spitze: Rund 3% Plus gingen mit einem neuen Höchststand einher, nachdem Berichte über eine Grundsatzeinigung mit der EU-Kommission zur Kraftwerksstrategie als Unterstützung gewertet wurden. Gegenläufig entwickelte sich K+S, das nach einem kräftigen Jahresauftakt nachgab, nachdem Mosaic in vorläufigen Zahlen auf eine merklich nachlassende Düngernachfrage im vierten Quartal 2025 verwiesen hatte.
Deutschland: Research-Updates und Sondersituationen im Blick
RBC Capital Markets hob für die Commerzbank das Kursziel von 36 auf 37 Euro an und beließ die Einstufung bei „Sector Perform“ beziehungsweise „Neutral“. Bei Symrise reduzierte die DZ Bank den fairen Wert von 115 auf 107 Euro, das Votum „Kaufen“ blieb bestehen.
Bei Daimler Truck prallten Einschätzungen auseinander: RBC bestätigte „Outperform“ mit einem Ziel von 48 Euro, während Bernstein bei „Underperform“ blieb und 30 Euro als Kursziel nannte. Deutsche Bank Research senkte die Zielmarken bei Atoss Software von 140 auf 135 Euro und bei BMW von 105 auf 103 Euro, jeweils mit „Buy“. Ebenfalls von der Deutschen Bank kam eine Absenkung für Sixt-Stammaktien von 95 auf 85 Euro bei unverändertem „Buy“. Aurubis erhielt von Deutsche Bank Research ein deutlich höheres Kursziel von 140 Euro nach zuvor 112 Euro, das Rating blieb „Hold“.
Jefferies bestätigte die Kaufempfehlungen für Gerresheimer sowie für Heidelberg Materials und nannte bei Heidelberg Materials ein Kursziel von 300 Euro. Bernstein bekräftigte für Lufthansa „Market-Perform“ mit 7,75 Euro als Ziel und wiederholte für Eon „Market-Perform“ bei einem Kursziel von 17 Euro. JPMorgan ließ Lanxess und Wacker Chemie jeweils auf „Underweight“.
Auf Unternehmensebene stand Volkswagen mit einer Prüfung eines möglichen Verkaufs von Everllence (früher MAN Energy Solutions) im Fokus; in dem Bericht blieb die Bewertungsspanne unvollständig und wurde nur als „5 bis …“ angegeben. Defama meldete den geplanten Erwerb von zwei Fachmarktzentren mit zusammen 2.400 Quadratmetern vermietbarer Fläche. Bei Klöckner & Co sorgte ein Übernahmeangebot von Worthington Steel über 11 Euro je Aktie für Bewegung; Großaktionär Friedhelm Loh kündigte an, seinen Anteil von 41,5% anzudienen, woraufhin die Aktie spürbar anzog. Zusätzlich wurden Stimmrechtsmeldungen zu NORMA Group und HUGO BOSS erwähnt; zudem wurde erneut ein kräftiger Kursrutsch bei einer Anleihe von ABO Energy genannt. Für den Scale All Share wurde ein Plus von 23% für das Jahr 2025 berichtet.
Europäischer Taktgeber: Pharma-Impuls und Sektordruck
Bei Chemiewerten wie BASF und Evonik verwiesen Marktkommentare auf Belastungsfaktoren aus einem Barclays-Ausblick für 2026; genannt wurden schwache Absatzmengen, eine verhaltene Preisentwicklung und anfällige Endmärkte, ohne dass dazu Kurs- oder Indexstände ausgewiesen wurden. Deutlich positiv reagierte Novo Nordisk, nachdem die britische MHRA für Wegovy eine wöchentliche Höchstdosis bis 7,2 mg Semaglutid genehmigt hatte; zuvor lag die genannte Dosis bei 2,4 mg, konkrete Kursdaten wurden nicht genannt.
Bei weiteren Analystenstimmen bestätigte Bernstein Henkel mit „Market-Perform“ und einem Kursziel von 74,96 Euro. Für IAG hielt Bernstein an „Outperform“ fest und nannte 490 Pence als Ziel. Jefferies ließ Philips auf „Hold“. Für Shell führte Jefferies ein „Buy“ mit einem Kursziel von 3400 Pence; außerdem blieb Jefferies bei Adyen mit „Buy“ und einem Kursziel von 1850 Euro. Bei Shell wurden zum Wochenschluss Kursgewinne mit deutlich gestiegenen Gaspreisen und positiven Analystenkommentaren in Verbindung gebracht, ohne weitere Marktdaten.
USA: Indizes leicht fester, Technikbild liefert Marken
An der Wall Street überwogen zum Wochenausklang leichte Zugewinne: Der Dow Jones legte um 8 Punkte auf 49.450 Punkte zu, der S&P 500 gewann 0,2% und der Nasdaq Composite stieg um 0,5%. Für Dezember wurde zudem ein Anstieg der US-Industrieproduktion um 0,4% gegenüber dem Vormonat gemeldet.
Beim S&P 500 wurden zusätzliche technische Eckpunkte genannt: Ein Höchststand wurde bei 6.986 Punkten verortet, ein 8-Tage-Tief bei 6.886 Punkten. Für den Donnerstag wurde ein Schlussstand von 6.944 Punkten nach einem Plus von 0,26% angegeben; im Index standen 310 Gewinner 189 Verlierern gegenüber, das Aufwärtsvolumen wurde mit 54% beziffert. Außerdem wurden 61 neue 52-Wochen-Hochs und 5 neue Tiefs genannt, während der Volatilitätsindex um 0,91 nachgab.
US-Einzeltitel: Rückkäufe, Termine und Analysten
Paychex legte ein Aktienrückkaufprogramm über bis zu 1 Mrd. US-Dollar auf, das eine Ermächtigung aus dem Jahr 2024 über 400 Mio. US-Dollar ersetzt; zudem wurde die reguläre Quartalsdividende bestätigt, ohne Betrag. American International Group terminierte die Veröffentlichung der Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025 auf den 10.02.2026 nach Börsenschluss; der Conference Call wurde für den 11.02. angekündigt. Jefferies bestätigte Nutrien mit „Hold“ und einem Kursziel von 60 US-Dollar. Coherent wurde in eine Forbes-Auswahl „2026 America’s Best Companies“ aufgenommen, und SMX meldete im Rahmen einer Treasury-Strategie die Eröffnung eines Unternehmenskontos bei Kraken.
Asien: Terminrisiko China, Zahlen aus Indien
Für China ist am Montag, dem 19.01.2026, um 03:00 Uhr die Veröffentlichung des BIP für das vierte Quartal sowie der Daten zu Einzelhandelsumsätzen und Industrieproduktion für Dezember angekündigt; Erwartungen wurden nicht genannt. In Indien veröffentlichte Wipro Zahlen für das dritte Quartal 2025 nach IFRS: Der Bruttoumsatz stieg auf 235,6 Mrd. Rupien beziehungsweise 2.622,0 Mio. US-Dollar und lag damit 3,8% über dem Vorjahr.
Weitere Märkte und Kapitalmarkt-Meldungen: Projekte, Platzierungen, Rückkäufe
Chevron gab grünes Licht für das Gasprojekt Leviathan mit dem Ziel, die Gasversorgung aus dem Mittelmeer auszuweiten und regionale Märkte zu stärken; zudem wurde ein Bezug zu Lieferketten bis nach Europa genannt, ohne Angaben zu Investitionssumme, Mengen oder Zeitplan. Pacifica Silver passte wegen hoher Investorennachfrage eine Brokered-Offering-Vereinbarung an; die Transaktion läuft über Raymond James Ltd. im Namen eines Agentensyndikats, unter anderem mit Research Capital, ohne Volumina oder Preise. Royalties Inc. beauftragte SLR Consulting (Canada) Ltd. mit einer aktualisierten Wirtschaftlichkeitsanalyse für das Bilbao-Projekt auf Grundlage einer PEA aus 2014 und Sensitivitäten mit aktuellen Metallpreisen, ohne weitere Kennzahlen.
Zudem wurde der geschlossene Publikumsfonds „Jamestown Europa“ für Privatanleger gestartet. Bei der AS LHV Group wurden Aktienrückkäufe an der Nasdaq Tallinn gemeldet: Am 12.01.2026 wurden 20.212 Aktien zu einem volumengewichteten Durchschnittspreis von 3,572072 Euro erworben; für den 13.01.2026 wurde der Erwerb von 12.400 Aktien genannt, der Durchschnittspreis war im Auszug nicht vollständig angegeben.
