Deutschland: Robuste Kurse, wachsende innenpolitische Reibung
An den deutschen Aktienmärkten hält sich der Dax oberhalb von 25.250 Punkten. Nach dem kräftigen Jahresauftakt wird das Börsenbild als gefestigt beschrieben, zugleich werden zwei Belastungslinien hervorgehoben: die Entwicklungen im Iran sowie der Konflikt zwischen US-Präsident Donald Trump und Fed-Chef Jerome Powell.
Im Sozial- und Arbeitsmarktumfeld nimmt der Streit um Entscheidungen beim Bürgergeld zu. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit überschreitet die Zahl der Einsprüche gegen Bescheide die Marke von 500.000. Bei gerichtlichen Auseinandersetzungen mit Jobcentern fällt der Ausgang laut Darstellung überwiegend zugunsten der Behörden aus. Parallel beginnen im öffentlichen Dienst erste Warnstreiks; vor der zweiten Verhandlungsrunde warnt eine Gewerkschaft vor einer Ausweitung der Arbeitsniederlegungen.
Für Selbstständige zeichnet der Text ein angespanntes Bild: Viele Kleinunternehmer stünden finanziell mit dem Rücken zur Wand. Experten skizzieren Auswege aus einer Verschuldungsspirale, ohne dass konkrete Instrumente im Detail genannt werden.
In der Industrie kommt es in Duisburg zu einem Eigentümerwechsel: Die International Chemical Investors Group übernimmt das insolvente Venator-Werk. Ebenfalls in Duisburg rückt ein langjähriges Archivproblem in der Gesundheitspolitik in den Fokus, weil dort über Jahre hinweg Millionen Verordnungen der Krankenkassen gelagert wurden; der Beitrag verknüpft diesen Befund mit einem grundsätzlichen Strukturthema der deutschen Gesundheitssteuerung.
Zusätzlicher Zündstoff entsteht in der gesetzlichen Krankenversicherung beim Pflegebudget. Forderungen zielen darauf, die Ausgaben durch eine Überprüfung zu senken, weil der ursprüngliche Zweck – höhere Löhne zu ermöglichen – nach Darstellung des Textes bereits erreicht sei. Gleichzeitig erhebt die Chefin der Betriebskrankenkassen den Vorwurf, Kliniken würden Pflegekosten bewusst falsch abrechnen. Der Krankenhausverband reagiert scharf, weist die Anschuldigungen zurück und verlangt die Auflösung des BKK-Verbands.
Unternehmensseitig werden Umbau- und Sparprogramme sichtbar. Das KI-Unternehmen Aleph Alpha streicht nach Eingriffen der Schwarz-Gruppe und einem Managementwechsel jeden sechsten Arbeitsplatz. Ceconomy treibt die Verkleinerung des Saturn-Netzes voran: Nachdem die Anzahl der Saturn-Filialen in Deutschland in den vergangenen Jahren um mehr als die Hälfte zurückging, sollen weitere Standorte in MediaMarkt-Formate überführt werden.
Im Rechtsumfeld sorgt ein Urteil des Bundesgerichtshofs gegen die Allianz für Aufmerksamkeit, weil es Kürzungen bei fondsgebundenen Renten betrifft. Der Anwalt Knut Pilz erläutert in diesem Zusammenhang mögliche Ansprüche.
Die Resilienz kritischer Infrastruktur wird nach einem lang andauernden Stromausfall in Berlin neu diskutiert. Im Raum stehen aktualisierte Notfallkonzepte und die Frage, ob künftig wieder mehr Leitungen unter die Erde verlegt werden sollen; der Text betont dabei absehbare Konflikte. Weitere Beiträge adressieren Führungskommunikation rund um Abwesenheiten von Spitzenmanagern und die Bedeutung öffentlicher Präsenz sowie einen Ratgeber, der den Jahresanfang als Zeitpunkt zum Entrümpeln aufgreift.
Als Service verweist die WirtschaftsWoche auf einen Online-Rechner zur Mehrwertsteuer, der Netto- und Bruttowerte ermitteln und dabei den derzeit in Deutschland geltenden Steuersatz berücksichtigen soll.
Europa: Handelspolitik zwischen Südamerika und China
Beim Mercosur-Abkommen wird eine weitreichende Zollöffnung beschrieben: Künftig sollen 91 Prozent der Warenströme zwischen der Europäischen Union und Südamerika ohne Abgaben abgewickelt werden. Damit würden sich die Rahmenbedingungen für Unternehmen in den beteiligten Staaten deutlich verändern. Der Text verweist dazu auf ein Gespräch mit der Außenhandelsexpertin Anahita Thoms über zentrale Punkte, die Unternehmen beachten müssen, ohne diese Punkte auszuführen.
Im Konflikt um die Einfuhr von Elektroautos wird ein Fortschritt zwischen Brüssel und Peking gemeldet. An die Stelle von Zöllen sollen Mindestpreise treten. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass eine im Text genannte „wichtige Gruppe“ von der Regelung nicht profitieren werde, ohne dass diese Gruppe näher bezeichnet wird.
Ein englischsprachiger Kommentar zeichnet ein zurückhaltendes Bild der EU im Umgang mit geökonomischen Belastungen, die mit Trump verbunden werden. Als Beispiel wird eine enge, begrenzte Unterstützung des Mercosur-Deals genannt; daraus leitet der Beitrag ab, Europa finde keinen Weg über alltägliche Formen des Protektionismus hinaus.
USA: Zinsdeckel für Kreditkarten und juristischer Druck auf die Notenbank
In den USA setzt eine Ankündigung des Präsidenten den Finanzsektor unter Stress: Donald Trump will die Kreditkartenzinsen für die Branche auf 10 Prozent begrenzen. Die Maßnahme soll nach der Darstellung zunächst für ein Jahr gelten und in sehr kurzer Zeit umgesetzt werden. An den Börsen geraten große Namen wie American Express, Visa und Mastercard daraufhin unter Druck.
Parallel verschärft sich die Auseinandersetzung um die Unabhängigkeit der Geldpolitik. Nach Textangaben erhöht die US-Regierung den Druck auf die Federal Reserve, indem Fed-Chef Jerome Powell offenbar mit einer Anklage bedroht wird. Powell macht öffentlich, dass Ermittlungen gegen ihn und die Notenbank liefen, die sich auf angebliche Falschaussagen beziehen; er bewertet dies als vorgeschobenen Anlass. Zudem wird berichtet, Trump erwäge eine strafrechtliche Verfolgung Powells, deren Erfolgsaussichten unklar bleiben. Im Text heißt es außerdem, die Fed werde „schon bald“ eine neue Führung erhalten.
Kommentarbeiträge flankieren die Debatte mit zwei weiteren Linien: Einerseits wird die Idee einer Kriminalisierung der Fed aufgegriffen, andererseits ein Rätsel rund um Beschäftigung und Wachstum thematisiert. Zusätzlich beschreibt ein Beitrag Trumps Rohstoffpolitik als neues strategisches Spiel aus Rohstoffabbau, Vermessung und merkantilistischer Wettbewerbsausrichtung, das den Konkurrenzkampf zwischen den USA und China verschärfe und über die Amtszeit Trumps hinaus weiterwirken werde.
Asien: Merz setzt auf Indien, Autoindustrie unter China-Druck
Der neue außenwirtschaftliche Schwerpunkt der Bundesregierung zeigt sich in einer Asienreise von Kanzler Merz. Auf dem Programm steht zuerst Indien, anschließend China und Japan. Indien wird als bevorzugter Partner bezeichnet; für Merz ist dort ein besonders aufwendiger Empfang angekündigt, wie er ihn in seiner bisherigen Kanzlerschaft noch nicht erlebt habe.
Aus der Automobilindustrie kommen zugleich Signale strategischer Belastung in China: Volkswagen verliert dort nach Angaben im Text Marktanteile und rutscht im Ranking auf Rang drei ab. Ein anderer Hersteller zieht an VW vorbei und nimmt Platz zwei ein, wird jedoch nicht namentlich genannt.
Ein Kommentar verschiebt den Blick auf Indiens wirtschaftliche Positionierung: Das Land solle mehr Kapital anziehen, statt Arbeitskräfte ins Ausland zu entsenden. Trotz starker Wachstumszahlen in den Schlagzeilen verliere Indien global an Aufmerksamkeit, so die Argumentation.
Rest der Welt: Iran-Krise als Risikofaktor, Edelmetalle auf Rekordkurs
Im Iran gehen Sicherheitskräfte dem Text zufolge weiterhin mit Gewalt gegen Demonstrierende vor; die Zahl der Todesopfer steigt, ohne dass eine konkrete Größenordnung genannt wird. Kanzler Merz verurteilt die Maßnahmen als brutal, Angaben zu deutschen Reaktionen über eine Verurteilung hinaus werden nicht gemacht.
An den Rohstoffmärkten rücken Edelmetalle in den Mittelpunkt. Gold markiert ein Rekordniveau und startet mit einem neuen Höchststand in die Woche; als nächste relevante Marke wird 4.600 US-Dollar genannt. Auch Silber legt zu, ebenso steigen die Notierungen bei Platin und Palladium.
