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    Wirtschaftsbericht: Regierung strafft Gaskraftstrategie

    14. November 2025 Wirtschaft & Politik
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    Wirtschaftsbericht: Regierung strafft Gaskraftstrategie
    Wirtschaftsbericht: Regierung strafft Gaskraftstrategie

    Deutschland – Kurswechsel bei Energie, Verteidigung und Verkehr

    Die Bundesregierung reduziert den geplanten Ausbau neuer Gaskraftwerke und will im Jahr 2025 zunächst 10 Gigawatt an zusätzlicher Leistung ausschreiben. Mit der EU ist abgestimmt, dass davon acht Gigawatt auf gasbasierte Anlagen entfallen und zwei Gigawatt ohne Technologiebindung vergeben werden. Der Umfang bleibt hinter früheren Zusagen und dem zurück, was der Vorgänger Habeck mit Brüssel umrissen hatte. In der Folge gewinnt die Einschätzung an Gewicht, dass der anvisierte Ausstieg aus der Kohleverstromung bis 2030 faktisch aufgegeben wird. Katherina Reiche hatte vorab eine nüchterne Neubewertung der Neubaupläne eingefordert; die politische Reaktion reicht von Zustimmung bis scharfer Kritik.

    Verteidigungsminister Boris Pistorius will mit einem verschlankten Einberufungsmodell zusätzliche Jahrgänge für die Truppe gewinnen. Patrick Sensburg vom Reservistenverband bezeichnete den Ansatz als tragfähigen Mittelweg und verlangte eine Vollausstattung für 460.000 Soldatinnen und Soldaten, was erhebliche Beschaffungs- und Haushaltsmittel nach sich ziehen würde.

    Bei der Schiene werden die Trassenpreise weniger stark angehoben, um drohende Ticketaufschläge zu vermeiden und den Personenverkehr zu stabilisieren. Für energieintensive Industrien ist ein subventionierter Stromtarif beschlossen, der in der Chemiebranche und bei der Gewerkschaft auf Zustimmung stößt, aber nicht als umfassende Lösung gilt. Im Luftverkehr werden Abgaben gesenkt, um günstigere Tickets zu ermöglichen; die Fluggesellschaften vermeiden jedoch feste Zusagen zu Preisnachlässen. Zudem richtet Deutschland einen staatlichen Investitionsfonds ein, zu dessen Größenordnung bislang nur grobe Orientierungen vorliegen.

    Die Unternehmenslandschaft steht unter finanziellem und rechtlichem Druck. Die Deutsche Glasfaser arbeitet angesichts hoher Verschuldung an einer Neuordnung der Finanzierung und hat dafür einen Restrukturierungsspezialisten von AlixPartners sowie weitere Berater an Bord geholt, um die Kapitalstruktur zu stabilisieren. Wolters Kluwer übernimmt das Berliner KI-Unternehmen Libra für bis zu 90 Millionen Euro; die Software ist in Großkanzleien weit verbreitet und das zusätzliche Kapital soll die Expansion beschleunigen. Das Landgericht Berlin sprach der Springer-Tochter Idealo im Streit mit Google wegen Ausnutzung einer marktbeherrschenden Stellung 465 Millionen Euro zu; die Summe bleibt deutlich unter der ursprünglichen Forderung, und Rechtsmittel gelten als wahrscheinlich.

    Gerichte verzeichneten im Oktober spürbar mehr Firmenpleiten, womit 2024 auf den höchsten Stand seit 2015 zusteuert. Besonders betroffen sind Bauwirtschaft und Gastronomie, die finalen August-Daten fallen schwach aus. Nach den Belastungen durch Pandemie und Inflation nimmt zudem die private Überschuldung wieder zu, mit auffälligen Anstiegen bei jüngeren und älteren Bevölkerungsteilen.

    In der Industrie zeigt sich ein vielschichtiges Bild. Hapag-Lloyd und HHLA berichten trotz abgekühlter politischer Beziehungen zwischen Europa und China von Rekordzuwächsen im Chinageschäft, was Auslastung und Ertragslage stützt und die Widerstandskraft der Handelswege unterstreicht. Der Maschinenbau erlebt einen Nachfrageanstieg bei Kompressoren für Gas-, Solar- und Kältetechnik; deutsche Anbieter setzen sich in mehreren Nischen durch und bedienen trotz Zollbelastungen weiter den US-Markt. Dagegen warnt die Autoindustrie vor Engpässen bei Nexperia: Fehlende Siliziumwafer und gestörte Lieferketten könnten die weltweite Produktion binnen weniger Wochen zum Erliegen bringen, obwohl Exportvorgaben gelockert wurden.

    An den hiesigen Finanzmärkten überwog Risikoscheu: Die Frankfurter Börse tendierte leichter, Gold geriet unter Druck, ein prominenter Geldverwalter schloss seinen Hedgefonds und die Abgaben weiteten sich aus. Im Mittelstand setzt das Start-up Mansio auf geteilte Flotten in der Logistik und verspricht Spediteuren deutlich niedrigere Fixkosten, nach Anbieterangaben um rund die Hälfte.

    Der Immobiliensektor bleibt zweigeteilt. Ulrich Höller rechnet mit steigenden Leerständen im Bürosegment, während die Umwandlung in Wohnungen als herausfordernd gilt. Die Preise für Mehrfamilienhäuser stabilisieren sich in vielen Lagen, in München sinken die Kaufpreise weiter; Makler Jürgen Michael Schick formuliert entsprechend Hinweise für Kaufinteressenten. Bauherren können durch eine fristgerechte Kündigung von Architektenverträgen spürbare Kosten sparen, falsches Vorgehen führt schnell zu teuren Überraschungen. In der vernetzten Immobilie der Zukunft treffen Automatisierung und KI auf eine zurückhaltende Branche, wodurch Effizienzreserven ungenutzt bleiben. Der Kölner Hauptbahnhof wird für zehn Tage weitgehend stillgelegt; durch das Drehkreuz fahren täglich rund 1.300 Züge. Teile der Bauarbeiten können nicht wie vorgesehen stattfinden, für das kommende Jahr ist eine weitere Sperre angekündigt.

    Europa – Handelsöffnungen, Wettbewerbsdruck und Entlastungen

    Nach langen Gesprächen sollen Produkte aus der Schweiz in den USA künftig Zollkonditionen wie Waren aus der EU erhalten; der Satz soll bei 15 Prozent liegen. Der US-Offizielle Jamieson Greer spricht von einer erzielten Einigung, womit die monatelange Auseinandersetzung mit Bern beendet werde. Der Schweizer Wirtschaftsminister erklärte, man habe nahezu alle Punkte bereinigt. Der Verwaltungsratspräsident von Richemont, Eigentümer von Cartier, rechnet zeitnah mit der Reduktion der Strafzölle; die formale Zustimmung von Donald Trump steht noch aus.

    Wegen Verstößen gegen EU-Wettbewerbsrecht wurde Google zu einer Milliardenzahlung verpflichtet. Das Unternehmen will sein Werbemodell anpassen, um weitere Sanktionen bis hin zu einer Aufspaltung zu vermeiden.

    Im Vereinigten Königreich erwägt die Regierung, künftige Anhebungen von Bahntarifen an einer niedrigeren Preiskennziffer auszurichten. Der Finanzminister drängt Kabinettskollegen zu Entlastungen noch vor dem Haushaltstermin, um Pendler von höheren Kosten abzuschirmen.

    USA – Anleihe-Sicherheit, Krypto-Signal und Industrie-Tech

    US-Staatsanleihen behaupten ihre Rolle als sicherer Hafen, obwohl die Verschuldung auf einem Rekordstand liegt. Die Marktmechanik wird von einem Kräftemessen zwischen Notenbank und Finanzministerium geprägt, flankiert von einer Debatte, ob die Fed selbst zum Treiber der Teuerung wird.

    Die Regierung unter Donald Trump schafft die Ein-Cent-Münze ab, da die Herstellungskosten in keinem Verhältnis zum Nennwert stehen. Trumps Umfeld betrachtet Stablecoins als Instrument gegen die Abkehr vom Dollar; digitale Vermögenswerte sollen geopolitische und finanzielle Spielräume erweitern und signalisieren damit eine politisch offenere Haltung gegenüber Krypto-Infrastrukturen.

    Blue Origin meldet Fortschritte beim Aufbau einer Alternative zu SpaceX. Parallel zeigen sich Investoren skeptisch gegenüber den KI-Plänen von Oracle, während BlackRock seinen quantitativen Hedgefonds neu aufstellt. Diese Schritte verdeutlichen den intensiver werdenden Wettbewerb im Raumfahrt- und KI-Ökosystem.

    Asien – China verliert wirtschaftlichen Takt

    In China gehen die Investitionen so stark zurück wie seit der Pandemie nicht mehr. Schwächere Immobilienpreise und eine abflauende Industrieproduktion verweisen auf nachlassende Dynamik, das gesamtwirtschaftliche Momentum verliert spürbar an Kraft.

    Rest der Welt – Krypto-Rutsch, Handelsumlenkung und neue Umlaufbahnen

    Bitcoin fällt deutlich unter 100.000 US-Dollar und markiert den niedrigsten Stand seit Mai. Selbst optimistische Stimmen senken ihre Erwartungen, der Abwärtstrend setzt sich fort.

    Kanadas Forstwirtschaft will rund zehn Prozent der sonst in die USA gelieferten Mengen auf andere Abnehmer wie das Vereinigte Königreich verlagern. Auslöser sind Zölle der US-Regierung unter Donald Trump; die Branche sucht damit verlässlichere Absatzkanäle außerhalb des US-Markts.

    Ab 2026 sollen private Raumstationen als Konkurrenz zur ISS entstehen, um die extremen Betriebskosten der bestehenden Plattform zu senken. Gleichzeitig eröffnen Anbieter neue Geschäftsmodelle im erdnahen Orbit.

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