BTC: Bruch der 100.000‑Schwelle
Bitcoin erlitt in kurzer Abfolge deutliche Rücksetzer. Zunächst sank der Kurs um knapp vier Prozent bis auf 102.425 US‑Dollar. Danach wurde die Grenze von 100.000 US‑Dollar unterschritten, erstmals seit Mai, begleitet von Liquidationen im Umfang von 1,3 Milliarden US‑Dollar und einem Wechsel des Fear & Greed Index in den Bereich „Extreme Fear“. Verkäufe aus dem Lager langfristiger Halter verstärkten die Abwärtsdynamik. Später wurde ein weiterer Rückgang um drei Prozent auf 104.500 US‑Dollar registriert, zusammen mit zusätzlichen 1,2 Milliarden US‑Dollar an Liquidationen, von denen 90 Prozent Long‑Positionen trafen. Nach einem US‑Government‑Shutdown liegt die Notierung rund 19 Prozent unter dem Rekordhoch, während dem Markt etwa 700 Milliarden US‑Dollar an Liquidität entzogen wurden. Analysten sehen eine Bewegung bis 150.000 US‑Dollar bis Jahresende als möglich, falls Liquidität zurückkehrt und die Hebelung sinkt.
ETH und Large Caps im Sog
Ethereum geriet deutlich unter Druck und fiel zunächst unter 3.500 US‑Dollar, ein 24‑Stunden‑Minus von sechs Prozent. Kurz darauf rutschte der Kurs unter 3.400 US‑Dollar und neutralisierte damit die Jahresgewinne. On‑Chain‑Metriken verweisen zugleich auf verstärkte Käufe großer Marktteilnehmer, was als Hinweis auf potenzielle Trendwechsel interpretiert wird. Technische Auswertungen deuten auf einen Test der Widerstandszone um 3.350 US‑Dollar. Parallel wurde ein Stand von 3.520 US‑Dollar gemeldet, ein Rückgang um fünf Prozent im Zuge breiterer Marktverwerfungen. Bei den größeren Altcoins fielen Binance Coin um sechs Prozent auf 955 US‑Dollar und Solana um acht Prozent auf 162 US‑Dollar. Trotz der Belastung verzeichneten Solana‑ETFs am 3. November 2025 Nettozuflüsse von über 70 Millionen US‑Dollar, ein Tageshoch. Im Privacy‑Segment sprang Zcash um 170 Prozent auf ein Achtjahreshoch; Dash legte um 150 Prozent zu, unter anderem nach einem Listing bei Aster DEX; Decred erreichte mit 65 US‑Dollar ein Vierjahreshoch.
DeFi unter Beschuss: Exploits und Folgen
Der DeFi‑Sektor stand nach zwei Angriffen massiv unter Druck. Bei Balancer beläuft sich der gemeldete Schaden auf 128 Millionen US‑Dollar; der BAL‑Token fiel um 12 Prozent unter 0,90 US‑Dollar und testete in der Spitze 0,85 US‑Dollar. Bei anhaltender Schwäche steht das Tief vom 8. April bei 0,739 US‑Dollar wieder im Raum. In Reaktion auf den Vorfall pausierte Berachain den Chain‑Betrieb. Eine Folgewirkung verursachte bei Stream Finance einen Verlust von 93 Millionen US‑Dollar; der Stablecoin XUSD sackte auf 0,2975 US‑Dollar ab, Ein‑ und Auszahlungen wurden gestoppt. Zusätzlich wurden Unstimmigkeiten bei TVL‑Angaben im Vergleich zu DefiLlama bekannt.
Tokenisierung und Marktdaten gehen on‑chain
Eine Tochter der Deutschen Börse hat eine Blockchain‑Plattform für die Verwaltung digitaler Anleihen gestartet, erprobt in Zusammenarbeit mit der Europäischen Zentralbank. Zudem bringt FTSE Russell globale Benchmark‑Indexdaten über Chainlink On‑Chain und verknüpft sie erstmals nativ mit Blockchain‑Anwendungen.
Regulierung, Durchsetzung und EU‑Derivate
Neue US‑Sanktionen gegen Nordkorea schürten Befürchtungen strengerer Krypto‑Regulierung. Kraken erweitert in der EU sein Angebot regulierter Perpetual‑Futures; Nutzer können dort Bitcoin und Ethereum als Sicherheiten für mehr als 150 Perpetual‑Märkte hinterlegen. Das Unternehmen arbeitet unter MiCA und MiFID II mit Aufsicht in Irland und Zypern. In einem separaten Verfahren verlangen US‑Staatsanwälte die maximale Freiheitsstrafe von fünf Jahren gegen Entwickler der Samourai Wallet, denen vorgeworfen wird, mit technischen Funktionen gezielt Kriminelle adressiert und Millionen erlöst zu haben. Die Steuerbehörden kündigten Konsequenzen für nicht fristgerecht bis zum 31. Juli eingereichte Erklärungen an, wobei ungemeldete Krypto‑Gewinne erhebliche Nachzahlungen nach sich ziehen können.
Deals, Treasury‑Strategien und Umsätze
Ripple meldete zwei Meilensteine: Der Stablecoin RLUSD überschritt in weniger als einem Jahr eine Marktkapitalisierung von über einer Milliarde US‑Dollar, und mit der Übernahme des Verwahrers Palisade summiert sich das Akquisitionsvolumen im Jahr 2025 auf vier Milliarden US‑Dollar. BitMine erhöhte seine Bestände auf 3,4 Millionen ETH mit dem Ziel, fünf Prozent des gesamten ETH‑Angebots zu halten. Strategy kündigte einen Euro‑Börsengang über 3,5 Millionen STRE‑Aktien zu je 100 Euro beziehungsweise 115 US‑Dollar an, verbunden mit einer quartalsweisen Ausschüttung von zehn Prozent; das Unternehmen hält 641.205 BTC im Gegenwert von rund 47,49 Milliarden US‑Dollar. Im institutionellen Bereich schloss der Bitcoin‑Miner IREN einen Cloud‑Service‑Vertrag mit Microsoft über 9,7 Milliarden US‑Dollar ab und erschließt damit planbare Cashflows jenseits des klassischen Minings. Hollywood.com plant gemeinsam mit Crypto.com einen Prognosemarkt für Entertainment‑Inhalte. Kraken steigerte im dritten Quartal den Umsatz infolge der NinjaTrader‑Übernahme um 50 Prozent auf 648 Millionen US‑Dollar.
