Deutschland – Preisauftrieb, Energie und Unternehmenslage
Die Verbraucherpreise haben im September um 2,4 Prozent zugelegt und damit den höchsten Stand seit Dezember erreicht. Der erneute Anstieg trifft Haushalte und Firmen gleichermaßen und verschärft den Kostendruck im Tagesgeschäft.
Seit dem Abschied von günstigem Erdgas aus Russland nach der Vollinvasion in der Ukraine sind die Energieaufwendungen gestiegen, woraufhin die Industrie ihre Ausbringung spürbar zurücknimmt. Eine Studie bescheinigt der Politik eine schnelle Gegenreaktion und attestiert, dass ein früherer Fehlweg vermieden wurde; zugleich wird die Energieversorgung als verbessert bewertet.
In der Sicherheits- und Verteidigungspolitik befürwortet eine Mehrheit der Bevölkerung die Rückkehr zur Wehrpflicht. Verteidigungsminister Boris Pistorius setzt hingegen auf ein neues freiwilliges Dienstmodell, wobei offen bleibt, wie der Bedarf gedeckt werden soll, falls zu wenige Interessenten gewonnen werden.
Am Immobilienmarkt drücken aufgelaufene Sanierungsbedarfe die Bewertungen, während sich viele Neubauvorhaben rechnerisch nicht darstellen lassen. Der Hamburger Investor Stephan Gerlach berichtet, dass Projektentwickler trotz attraktiver Einstiegspreise zögern und Vorhaben eher vertagt werden.
Im Lebensmittelhandel spitzt Edekas Einkaufsallianz „Everest“ die Auseinandersetzung mit Markenherstellern zu. Franz-Olaf Kallerhoff, Präsident des Markenverbands, hält die Forderung nach EU-weit einheitlichen Preisen für Lebensmittel für irreführend und sieht erhebliche Einsparungen auf Händlerseite zulasten der Produzenten, was Druck auf Margen und Verhandlungen ausübt.
In der Industrie verlangt die EVG mit Nachdruck einen Wechsel an der Spitze von DB Cargo; ein Gutachten soll die Lage einordnen. Bei Audi zeichnet sich die Trennung von Einkaufschefin Renate Vachenauer ab, nachdem es im Aufsichtsrat, in der Mitbestimmung und in Teilen des Vorstands deutliche Unzufriedenheit gibt.
Der Buchhändler Thalia expandiert mit einem ersten Spielwarenformat unter der Marke „Thalia Spielzeit“. Parallel setzt sich der Strukturwandel fort: Die Zahl unabhängiger Buchhändler ist innerhalb von fünf Jahren um etwa ein Viertel zurückgegangen.
Viele Beschäftigte verharren trotz Unmut über ihre berufliche Situation in denselben Positionen. Langanhaltende Inaktivität bei Jobwechseln bremst Karrieren aus und führt zu Folgen für Belegschaften wie für Arbeitgeber.
Pflegeheimkosten liegen häufig über der Rentenhöhe. In der Folge kann das Sozialamt auf das Eigenheim zugreifen und unter bestimmten Bedingungen auch einen Verkauf verlangen.
Die Produzenten von Pflanzenerde geraten wegen einer schwachen Torfernte und knapper Ersatzstoffe unter Druck. Auf Bundesebene könnte sich der politische Kurs dazu verändern.
Obwohl viele Haushalte sparsam heizen, steigen die Heizkosten angesichts höherer Energiepreise. Der Energiedienstleister Techem empfiehlt moderne Technik und betont, dass allein genügsames Verhalten die Energiewende nicht tragen kann.
Ein Relikt des Transrapid in Nortrup erinnert an die Geschichte des einstigen Vorzeigezugs. Gleichzeitig verliert das klassische Esszimmer an Bedeutung, was Grundrisse und Wohngewohnheiten verändert.
Ökonomen im F.A.Z.-Ifo-Panel äußern die Sorge, dass neue Schulden zu wenig in produktive Investitionen fließen. Eine Mehrheit spricht sich gegen eine weitere Lockerung der Schuldenbremse aus und sieht konsumtive Ausgaben kritisch.
Europa – Benko vor Gericht, Kiew sucht Hebel
In Österreich startet der erste Strafprozess gegen den Signa-Gründer René Benko wegen des Verdachts des betrügerischen Bankrotts. Der frühere Milliardär steht damit als Unternehmer auf der Anklagebank; ein Verfahren in Deutschland ist weiterhin nicht in Sicht.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj plant in dieser Woche Gespräche mit US-Präsident Trump in Washington. Mit dem Einsatz von US-Tomahawk-Marschflugkörpern will er Russland zu Verhandlungen bewegen; auch Deutschland setzt auf stärkeren Druck.
USA – Haushaltssperre, Handelsgebühren und Tech-Recht
Im Zuge des Haushaltsstreits sind im Rahmen des US-Shutdown 2025 tausende Bundesbedienstete zwangsbeurlaubt. Solche Stillstände wiederholen sich in den Vereinigten Staaten, und ein Überblick erinnert an die längsten Ausfälle dieser Art.
Vor dem Hintergrund neuer Zolldrohungen aus Washington erheben die USA und China gegenseitig Gebühren auf Handelsschiffe. Das Weiße Haus hatte die Abgaben bereits zu Jahresbeginn angekündigt; betroffen sind zahlreiche Frachter und Öltanker weltweit.
In einem Interview mit der Financial Times wirft die US-Finanzministerin Peking vor, der globalen Wirtschaft schaden zu wollen. Zudem erklärt Bessent, China habe das Ziel, andere Staaten nach unten zu ziehen.
Gegen Microsoft wurde eine Sammelklage wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Kartellrecht eingereicht. Die Klage behauptet, über die Zusammenarbeit mit OpenAI seien Preise im Markt für Künstliche Intelligenz beeinflusst worden; der Ausgang könnte Auswirkungen auf Wettbewerb und Preissetzung in der Branche entfalten.
Asien – Strategische Rohstoffe, maritimer Streit und Chipaufschwung
China beschränkt erneut die Ausfuhr Seltener Erden und trifft die USA stärker als zunächst angenommen. Westliche Unternehmen warnen vor Störungen in Lieferketten, Produktionsverzögerungen und steigenden Preisen; Führungskräfte rechnen mit spürbaren Folgen entlang der gesamten Wertschöpfung.
Peking sanktioniert zudem eine koreanische Werft und weitet den Konflikt mit Washington auf Drittstaaten aus, was die maritime Industrie in der Region unmittelbar betrifft.
Samsung übertrifft die Markterwartungen deutlich und rechnet mit dem höchsten Quartalsgewinn seit mehr als drei Jahren. Rückenwind kommt von steigenden Preisen für Computerchips, wodurch das belastete Halbleitergeschäft neue Dynamik erhält.
Rest der Welt – Wüstenfelder und Anlegersentiment
In Ägypten entsteht ein groß angelegtes Agrarprojekt, das die Abhängigkeit von Nahrungsmittelimporten reduzieren soll. Satellitenaufnahmen dokumentieren neue riesige Anbauflächen in der Wüste; Ziel ist eine stabilere Versorgung mit Lebensmitteln.
Die Börsenstimmung hat sich seit Jahresbeginn deutlich von Pessimismus in Richtung Euphorie verschoben. Die tatsächliche Lage liegt zwischen diesen Extremen, da zahlreiche Risiken weiter bestehen und derzeit sichtbar zutage treten.
