Deutschland: Geschäftspleiten steigen, Energiewende stolpert
Die Serie von Firmenzusammenbrüchen setzte sich im September fort und kletterte auf den höchsten Wert seit einem Jahrzehnt, was die anhaltende Schwäche der Wirtschaft bei vielfältigen Ursachen sichtbar macht. Der Ausbau der Fernwärme kommt wegen hoher Kosten kaum voran, während andere Staaten schneller vorankommen. Gleichzeitig verzeichnen Behörden deutlich mehr Eingriffe an Ladesäulen für Elektroautos; teilweise werden komplette Standorte außer Betrieb gesetzt, der Schaden summiert sich auf Millionenbeträge. Unternehmen reagieren mit neuen Sicherheitslösungen, um Zerstörung zu erschweren, während die Hintergründe der Täter nicht ausschließlich wirtschaftlich motiviert erscheinen.
Berlin: Schlagabtausch und Schulterschluss in einer Woche
Union und SPD lieferten sich binnen weniger Tage eine Auseinandersetzung und fanden zugleich zu gemeinsamen Positionen, was zentrale Mechanismen des Regierens offenlegt. In der Reformdiskussion steht die Frage im Raum, welche Schlussfolgerungen Friedrich Merz aus der Ära Thatcher ziehen kann: Die britische Premierministerin setzte in den achtziger Jahren trotz vehementer Gegenwehr weitreichende Veränderungen durch, begünstigt von großem Leidensdruck. Ein vergleichbarer Druck ist in Deutschland derzeit nicht zu erkennen.
Innovationskraft: Patentdynamik durch Zuwanderung
In Deutschland geht jede siebte Patentanmeldung auf Menschen mit Einwanderungsgeschichte zurück. Besonders stark legt die Zahl der Innovationen von Personen mit indischen Wurzeln zu, während Herkunft aus Ost- und Südosteuropa bei den Anmeldungen vorn liegt.
Europa: Paris setzt auf Kontinuität, Brüssel prüft Nebenverdienste
Frankreich hat abermals ein Kabinett benannt: In wichtigen Ressorts bleiben zahlreiche Amtsinhaber, einzelne Ministerien wurden neu besetzt. Dem Regierungsbündnis droht das nächste Misstrauensvotum. Zugleich rücken im Europäischen Parlament die zusätzlichen Tätigkeiten von Abgeordneten ins Blickfeld; sowohl Umfang als auch mögliche Folgen werden öffentlich diskutiert.
Industriepolitik: Niederlande ordnen Nexperia neu
Die niederländische Regierung hat die Kontrolle über den chinesisch geführten Chiphersteller Nexperia übernommen. Dieser Schritt verschärft die Spannungen zwischen westlichen Staaten und Peking beim Zugang zu Spitzentechnologien.
Märkte und Unternehmen: Risikofreude meldet sich zurück
An den Börsen hat sich die Stimmung vom schwachen Jahresauftakt hin zu deutlicher Zuversicht gedreht, auch wenn zahlreiche Gefahren bestehen bleiben und sich in der Preisbildung niederschlagen. Aktien aus Schwellenländern erleben ein Comeback, bringen jedoch unerwartete Risiken mit sich. Europäische Aktien und US-Futures legten zu, nachdem Donald Trump im Streit mit China nach zuvor angedrohten Zöllen von bis zu 100 Prozent einen moderateren Ton anschlug und erklärte, die USA wollten China unterstützen und nicht schaden.
In der Unternehmenswelt sorgten mehrere Transaktionen für Schlagzeilen: Warren Buffett übernahm eine Chemiesparte, SoftBank kaufte ABBs Robotikgeschäft, und Tesla bietet günstigere Fahrzeuge an. Parallel sprang der Goldpreis in der betrachteten Woche über die Marke von 4000 Dollar.
USA: Fokus auf Nachbarschaft trifft Partnerbedarf
Die Grenzen der sogenannten Donroe-Doktrin treten zutage: Obwohl die Vereinigten Staaten ihre Aufmerksamkeit stärker auf die eigene Umgebung lenken, zeigt sich, dass sie weiterhin auf Verbündete angewiesen bleiben.
Asien: Chinas Außenhandel gewinnt an Schwung
Chinas Exporte und Importe sind im September deutlich gestiegen und sorgten damit für ein kräftiges Plus im Außenhandel, obwohl globale Handelsprobleme zunehmen und aus den USA neue Zolldrohungen von bis zu 100 Prozent im Raum stehen. Die frischen Zahlen verleihen Peking Rückenwind, während es die Gespräche mit Washington intensiviert; gleichzeitig erhöhen Xi und Donald Trump den Einsatz im Handelskonflikt.
Rest der Welt: Nahost, Nobelgeschichten und nordamerikanische Annäherung
Im Gaza-Konflikt hat die Hamas erste Geiseln freigelassen; nach mehr als zwei Jahren kehren Betroffene zurück, weitere Übergaben werden erwartet. Palästinenser rechnen mit der Freilassung Hunderter Häftlinge aus Israel. Donald Trump erklärte, der Krieg in Gaza sei beendet.
Vor der Verleihung des Wirtschaftsnobelpreises am Montag berichteten drei renommierte Ökonomen, wie ein Anruf mitten in der Nacht und die Auszeichnung ihr Leben auf den Kopf gestellt haben. Rohstoffunternehmer Robert Friedland warnte vor einer Auflösung der internationalen Ordnung; Handels- und politische Konflikte hätten weitreichende Auswirkungen auf globale Lieferketten.
Kanada lotet sektorale Handelsabkommen mit den USA aus, während Donald Trump vor der Wahl Erfolge anstrebt. Nach einem Treffen in Washington zeigte sich Industrieministerin Mélanie Joly zuversichtlich, dass Vereinbarungen in Reichweite liegen.
