Deutschland: Umbau, Kapitalmarkt und Regulierung im Brennglas
Bei Thyssenkrupp beschreibt Bereichsvorstand Volkmar Dinstuhl, wie die Zuliefersparte wirtschaftlich auf Kurs gebracht und zugleich für Kunden sowie Investoren attraktiver werden soll. Er verweist auf Schwierigkeiten bei ZF, Mahle und Bosch, nennt jedoch keine belastbaren Kennzahlen. Parallel ringt der Konzern mit dem Rückzug aus dem Stahlgeschäft: Auf dem Tisch liegen eine mögliche Übernahme durch Jindal oder hohe Haftungsrisiken in Milliardenhöhe, bei insgesamt engen Spielräumen.
Abo Energy prüft erneut einen Rechtsformwechsel und erwägt nach der KGaA die Rückkehr zur AG. Der Prozess gilt intern wie extern als mahnendes Beispiel missratener Kommunikation.
Das KI-Unternehmen Black Forest Labs aus Freiburg bereitet eine große Finanzierungsrunde vor und strebt eine Bewertung von rund vier Milliarden Dollar an. Der Markt wird als ausgesprochen anspruchsvoll beschrieben. Im Quantencomputing gerät der deutsche Pionier Planqc gegenüber US-Konzernen ins Hintertreffen, der Vorsprung schwindet spürbar.
Der Prothesenspezialist Ottobock setzt für den Börsengang eine Spanne von 62 bis 66 Euro fest, peilt eine Marktbewertung von bis zu 4,2 Milliarden Euro an und will etwa 800 Millionen Euro einnehmen. Der IPO ist für den 9. Oktober terminiert; mehrere Ankerinvestoren haben umfangreiche Zeichnungen angekündigt.
Die Lufthansa will bis 2030 rund 4000 Arbeitsplätze abbauen, überwiegend in Deutschland, und streicht etwa ein Fünftel der Stellen in der Verwaltung. Das Management verweist auf Effizienzgewinne durch Künstliche Intelligenz und hebt die mittelfristigen Renditeziele an.
Bei Bosch fallen in Deutschland 22.000 Stellen weg. Arbeitsdirektor Stefan Grosch führt die Entscheidung auf eine schwache Nachfrage nach Elektromobilität zurück und spricht über Betroffenheit sowie Alternativen für Beschäftigte.
Ein Krisentreffen rückt den Lidl-Chef in eine Schlüsselrolle für Friedrich Merz. Der Kanzler warnt, die Beziehungen zu den USA blieben auf längere Sicht schwierig. Bei der Kabinettsklausur tritt zudem ein Manager auf, der mehr Eigenständigkeit zusichert.
Die Bundesregierung will am Mittwoch eine Modernisierungsagenda beschließen. Merz kündigt an, die Regelproduktion in Brüssel zu bremsen, und kritisiert eine aufgeblähte Bürokratie mit rund 30.000 Beschäftigten, die fortlaufend an neuen Vorgaben arbeiten.
Steuerfahnder nehmen nach einem aufsehenerregenden Vorgang im Steuerbereich Nutzer einer Kryptobörse in den Blick, weil zahlreiche Gewinne aus Bitcoin und anderen digitalen Vermögenswerten nicht versteuert wurden. Für Betroffene wird nur ein einziger Ausweg umrissen, nähere Angaben fehlen.
Unternehmer Harald Christ soll im Auftrag des Finanzministers die Verwendung des Sondervermögens über 500 Milliarden Euro überwachen und hat seine Grundlinien erläutert; weitere Zeitangaben wurden nicht gemacht.
In der Pflegeversicherung bezieht bereits etwa jede fünfzehnte Person Leistungen der Kasse. Es bestehe Sparbedarf, um Hilfen stärker auf wirklich Bedürftige zu konzentrieren, ohne dass Maßnahmen konkretisiert werden.
Der Wirtschaftsrat der CDU sieht in der gesetzlichen Krankenversicherung ein Einsparpotenzial von 18 Milliarden Euro, sofern Zahnbehandlungen und Kieferorthopädie dort nicht mehr erstattet würden, und übt zugleich Kritik an der eigenen Unionsregierung. Ein Umsetzungsplan liegt nicht vor.
Der Frankfurter Versorger Mainova gerät wegen unklarer Abrechnung der Energiepreisbremsen unter Druck und fordert von zehntausenden Kunden zu hoch angesetzte Rabatte zurück. Verbraucherschützer äußern deutliche Kritik, weitere Problembereiche werden angedeutet.
Eine Branchenstudie prognostiziert der Internetwirtschaft bis 2030 ein durchschnittliches jährliches Wachstum von nahezu zehn Prozent, warnt jedoch vor hausgemachten Hürden und äußert Skepsis hinsichtlich der Infrastruktur.
Im Streit Gema gegen OpenAI sieht das Gericht die Erfolgsaussichten der Musikrechteverwerter positiv. Hintergrund ist der Vorwurf, ChatGPT sei mit Millionen von Liedtexten trainiert worden, was als unzulässige Vervielfältigung gewertet wird; die zuständige Richterin signalisiert Zustimmung.
Die SPD plant, das sogenannte Containern zu erlauben. In Deutschland fallen pro Jahr fast elf Millionen Tonnen Lebensmittelabfälle an, ein erheblicher Teil in Supermärkten, für die Entsorgung häufig günstiger ist als Spenden.
Eine weitere Untersuchung stuft Deutschland als Gründungsstandort attraktiver ein, weil Unsicherheiten durch US-Präsident Trump Chancen zur Verringerung von Abhängigkeiten eröffnen. Gleichzeitig dämpfen Bürokratie und fehlendes Wagniskapital die Stimmung.
Europa: Verkehr, Industrie und Zentralbankstimmen
Die Österreichischen Bundesbahnen beenden im Dezember den Nightjet zwischen Paris und Berlin und streichen mit dem Fahrplanwechsel die Verbindungen Berlin–Paris und Wien–Paris, die bislang dreimal pro Woche mit Zwischenhalten in Deutschland gefahren wurden. Trotz solider Nachfrage und politischer Einwände werden fehlende französische Zuschüsse als Ursache genannt.
Bei KNDS verfolgt Vorstandschef Jean-Paul Alary das Ziel, den Konzern zu einem europäischen Rüstungsschwergewicht auszubauen und die Fixierung auf die Hauptstädte Berlin und Paris hinter sich zu lassen. Bei Stellantis legt Finanzchef Doug Ostermann sein Amt nieder; nachrückend übernimmt Laranjo, ein langjähriger Vertrauter von CEO Antonio Filosa.
Spaniens Wirtschaft expandiert kräftig, während Deutschland auf Stagnationskurs verharrt. Es werden mehrere Ursachen genannt, als zentraler Treiber gilt Zuwanderung; konkrete Wachstumsraten fehlen.
In Frankfurt spricht Fed-Gouverneur Christopher Waller sich für Stablecoins aus, während Bundesbankpräsident Joachim Nagel eine zurückhaltende Position einnimmt. Irlands Notenbankchef Gabriel Makhlouf fordert eine verbindliche Fiskalregel und erklärt, die EZB befinde sich nahe dem zyklischen Tiefpunkt der Zinssenkungen; weitere Schritte werden nicht präzisiert.
USA: Politikkurs im Zickzack, Tech-Deal setzt Marke
AOL stellt in den Vereinigten Staaten den Internetzugang via Telefonleitung ein. Der Dienst spielte zuletzt kaum noch eine Rolle, Angaben zum Restkundenbestand gibt es nicht.
US-Präsident Donald Trump verlangt einen Zollsatz von 100 Prozent auf im Ausland produzierte Filme, nachdem zuvor vor allem Einfuhrabgaben auf physische Güter im Zentrum standen. Parallel verhandelt das Weiße Haus über die Abwendung eines Government Shutdowns. Der Autozulieferer First Brands hat Insolvenz angemeldet. Zudem trifft Ministerpräsident Netanyahu den Präsidenten im Weißen Haus.
Mehrere internationale Konzerne reagieren auf unberechenbare US-Politik und erwägen, Beschäftigte oder Aktivitäten aus den Vereinigten Staaten zu verlagern; Fallbeispiele oder belastbare Zahlen werden nicht genannt.
Ein Konsortium aus Finanzinvestoren übernimmt Electronic Arts für 55 Milliarden Dollar, darunter die Beteiligungsgesellschaft von Jared Kushner und der saudische Staatsfonds. Es handelt sich um die bislang größte Transaktion durch Finanzinvestoren; das Unternehmen soll von der Börse genommen werden.
Asien: Signalwirkung im Welthandel
China verzichtet bei der Welthandelsorganisation auf den Status als Entwicklungsland. Der Schritt wird vor allem als symbolisch bewertet und gilt nicht als Rettungsanker für die multilaterale Ordnung; zusätzliche Informationen werden nicht genannt.
Weltweit: Edelmetall auf Höhenflug
Der Goldpreis übersteigt erstmals die Marke von 3800 Dollar. Der Zuwachs in diesem Jahr fällt stärker aus als bei Bitcoin oder beim Dax insgesamt; Auslöser werden nicht angegeben.
