Deutschland: Bahnspitze im Umbruch, Konsum unter Druck
Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn hat Evelyn Palla an die Konzernspitze berufen und damit erstmals eine Frau in diese Position gehoben. Verkehrsminister Patrick Schnieder hatte Palla am Samstag vorgeschlagen und will Dirk Rompf zum Chef der Infrastrukturtochter DB InfraGo machen. Die Besetzungen sorgen innerhalb der Koalition für Verstimmung, die Gewerkschaft EVG kündigt Gegenwehr an, während Schnieder an seinen Entscheidungen festhält. Der Verkehrsexperte Christian Böttger betont, die Schwierigkeiten des Unternehmens seien nicht ausschließlich eine Netzfrage; mit gezielten Eingriffen könnten Schnieder und Palla kurzfristig Verbesserungen erreichen.
Ein Gericht hat Lidl gestattet, seine App weiterhin als kostenfrei zu bewerben, obwohl bei der Nutzung Daten anfallen. Der Vorstoß von Verbraucherschützern gegen die Werbeaussage blieb ohne Erfolg.
Der Heizspiegel berichtet von merklich höheren Gaspreisen. Trotz milderer Winter wächst die Sorge vor der nächsten Heizphase. Für viele Haushalte bedeuten die Aufschläge spürbar höhere Ausgaben, während Einsparpotenziale ungenutzt bleiben. Unter den verbreiteten Heiztechnologien liegt preislich nur eine über dem Niveau von Gas.
Seriengründer Andy Bruckschlögl, Mitinitiator von Bits & Pretzels, schildert im Podcast Startup – jetzt ganz ehrlich persönliche Zweifel und die Rolle von Coaching. Er will Gründerinnen und Gründer ermutigen und gibt Einsichten aus erfolgreichen wie schwierigen Phasen des Unternehmertums.
Die OECD sieht für Deutschland weiterhin ein schwaches Wachstumstempo.
Europa: Regulierungsdruck und Entspannung am Immobilienmarkt
Die EU-Kommission verlangt von Apple, Google, Microsoft und Booking belastbare Nachweise, dass ihre Plattformen Betrug konsequent bekämpfen. Bleibt die Dokumentation unzureichend, drohen Verfahren und Geldbußen. Nachdem zuvor chinesische Anbieter im Fokus standen, richtet sich der Blick nun auf US-Konzerne, was ihre rechtlichen und finanziellen Risiken im europäischen Markt erhöht.
UBS konstatiert, dass die Immobilienpreise in München und Frankfurt inzwischen klar unter den früheren Höchstständen liegen. Akute Blasenrisiken verortet die Bank aktuell an anderen Orten, womit der Druck auf beide Städte nachlässt.
Für die Weltwirtschaft rechnet die OECD im kommenden Jahr mit geringerer Dynamik, da Zölle den Handel belasten. Eine lockere Kreditvergabe könnte geopolitische Unsicherheiten teilweise ausgleichen.
USA: Edelmetalle im Aufwind, Energiepolitik vor Gericht
Nach einer Zinssenkung der Federal Reserve klettert der Goldpreis auf ein Rekordniveau. Ein schwächerer Dollar und fallende Zinsen stützen die Nachfrage nach Edelmetallen, auch Silber legt zu. Analysten warnen vor zusätzlichen Auswirkungen auf Anleger und Märkte.
Ein US-Gericht hat den kurz vor Fertigstellung verhängten Baustopp für einen Offshore-Windpark vor Rhode Island aufgehoben und der Regierung Willkür vorgeworfen. Der dänische Betreiber plant eine Versorgungskapazität für 350.000 Haushalte. Der Präsident verfolgt eine Linie, die den Ausbau erneuerbarer Energien konsequent bremst, was rechtliche und investive Risiken für die Branche verschärft.
Asien: Freihandel mit Signalwirkung
Nach neun Jahren Verhandlungen steht ein umfassendes Handelsabkommen zwischen der EU und Indonesien. Vereinbart ist nahezu vollständige Zollfreiheit für europäische Waren, verbunden mit dem Ziel, den Zugang zu kritischen Rohstoffen zu sichern und die Abhängigkeit von Russland zu verringern. Damit sollen Lieferketten und die Versorgungssicherheit in Europa gestärkt werden.
Rest der Welt: Argentinien zwischen Wahlkampf und Währungsstress
In Argentinien verliert Präsident Javier Milei vor den Kongresswahlen an Unterstützung. Eine Regionalwahl ging deutlich verloren, Investoren ziehen sich zurück, der Peso gerät stark unter Druck. Die US-Regierung unter Trump will die argentinische Währung stützen; politisch steht damit potenzielle Unterstützung aus Washington im Raum, während die Marktlage angespannt bleibt.